29.01.2021

Kaminasche – die unterschätzte Gefahr

Was gibt es schöneres als ein warmes Kaminfeuer, wenn draußen eisige Kälte herrscht? Kaminöfen sind in zahlreichen Haushalten kaum wegzudenken. Sie sorgen für eine gemütliche Wärme und die passende Atmosphäre. Dass im Umgang mit einem Kaminofen immer Vorsicht geboten ist, scheint klar. Dies ist jedoch nicht nur der Fall, wenn das Feuer brennt, sondern auch, nachdem es erloschen ist.

Brände durch nicht vollständig erkaltete Kaminasche sind nicht selten. Denn häufig wird unterschätzt, wie viel Zeit die Asche tatsächlich zum Ausglühen benötigt. In der Asche eines ausgebrannten Kaminofens kann sich Glut über Tage hinweg bis maximal 60 Stunden nach dem Erlöschen des Feuers halten. Vom Eigentümer eines Kamins wird erwartet, dass er dies berücksichtigt. Es gehört zu den Sicherheitsstandards, Kaminasche niemals direkt in eine Plastikmülltonne zu entsorgen. Sie muss vorher im Freien in einem verschlossenen Blecheimer zwischengelagert und/oder mit Wasser abgelöscht werden. Warum das so wichtig ist, verdeutlicht das folgende Beispiel.

Wie gefährlich ist nicht vollständig ausgekühlte Asche?

Als Nina am späten Abend aus ihrem Wohnzimmerfenster schaut, brennt der Schuppen ihres Nachbarn Paul bereits lichterloh. Die Flammen haben sogar schon auf Ninas Carport übergegriffen. Die Feuerwehr kann verhindern, dass auch die Wohnhäuser in Brand geraten. Pauls Schuppen und der Carport auf Ninas Grundstück sind allerdings ebenso wie die abgestellten Fahrzeuge und die eingelagerten Gartengeräte nur noch rauchende Trümmer. Auch wenn hier glücklicherweise keine Menschen verletzt wurden – der Schaden ist groß.

Wie konnte es zu dem Brand kommen?

Für die Brandermittler der Polizei ist rasch klar, dass der Brandherd die Restmülltonne vor dem Schuppen war. Die Spurenlage ist eindeutig. Das Wohnhaus verfügt über einen Kaminofen. Die Asche sammelt der Hauseigentümer zunächst in einem feuerfesten Gefäß, lässt sie erkalten und füllt sie dann in die Restmülltonne. So auch am Abend des Unglücks. Paul versichert, dass die Asche schon 36 Stunden im Sammelgefäß war, bevor er sie in die Tonne kippte. Keine ausreichende Zeitspanne für das Auskühlen von Kaminasche, wie der Kaminbesitzer nun erfahren muss. Bis zu 60 Stunden können sich Glutnester – oft nur vereinzelt glühende Partikel – in der Asche halten. Im schlimmsten Falle flammen diese dann wieder auf. Um sich und andere zu schützen, sollten Kaminbesitzer also besonders achtsam sein, wenn es um das Entsorgen der Kaminasche geht.

Wer kommt für den finanziellen Schaden auf?

Muss Paul nun für den Schaden auf dem Nachbargrundstück aufkommen? Je nach den konkreten Umständen sprechen Gerichte hier von einem fahrlässigen oder sogar grob fahrlässigen Verhalten. Paul muss sich daher für den Schaden verantworten. Seine Privathaftpflicht-Versicherung kümmert sich um die Schadenersatzansprüche der Nachbarin. Mit einer Hausrat-Versicherung sind unter anderem die verbrannten Gartengeräte abgesichert, die sich in seinem eigenen Schuppen befanden.

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