19.05.2026

Immer höhere Schäden: Warum Einbruchschutz jetzt immer wichtiger wird

Einbrecher machen keine Pause – im Gegenteil. Die neuesten Zahlen der deutschen Versicherer zeigen eine deutliche Entwicklung: Die Kosten, die bei einem Wohnungseinbruch entstehen, haben ein neues Rekordhoch erreicht. Für Hausbesitzer und Mieter bedeutet das, dass das Risiko nicht nur häufiger, sondern vor allem kostspieliger wird.

Wir haben die aktuelle Einbruchbilanz für Sie zusammengefasst und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Zuhause schützen können.

Die Fakten: Einbrüche werden teurer
Die aktuelle Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt einen klaren Trend nach oben:

  • Einbruchzahlen steigen weiter: Zum vierten Mal in Folge haben die Einbrüche zugenommen. Im Jahr 2025 registrierten die Versicherer rund 100.000 Fälle.
  • Rekordschaden pro Einbruch: Ein einziger Einbruch kostet heute im Schnitt 3.850 Euro – ein neuer Höchstwert. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es noch etwa 2.700 Euro.

Beim Thema Einbruch ist eine Gesamtbetrachtung der entstandenen Schäden wichtig. Die Versicherungswirtschaft zählt in ihrer Statistik mehr als die Polizei, da auch Einbrüche in Keller, Dachböden oder Wirtschaftsräume mitgerechnet werden.

Welche Versicherung hilft im Ernstfall?
Wenn es trotz Vorsicht zu einem Einbruch kommt, stehen Ihnen verschiedene Versicherungen zur Seite.

Hausratversicherung
Die Hausratversicherung ist Ihr wichtigster Schutz. Sie ersetzt den Wert der gestohlenen Gegenstände (z. B. Laptop, Schmuck oder Kamera) und übernimmt zum Beispiel die Kosten für die Schäden, die Einbrecher in Ihrer Wohnung hinterlassen haben.

Privathaftpflichtversicherung – wann greift sie wirklich?
Auf den ersten Blick könnte man denken: Wenn bei einem Einbruch Schäden an Türen oder Fenstern entstehen, haftet man als Mieter automatisch dafür.

Dies ist jedoch nicht der Fall.

Denn:

  • Bei einem Einbruch sind Sie zunächst selbst betroffen – der Schaden wird durch den Täter verursacht.
  • Ohne eigenes Verschulden besteht daher keine Haftung gegenüber dem Vermieter.

Wann kann es doch zu einer Haftung kommen?
Anders sieht es aus, wenn ein Sorgfaltspflichtverstoß vorliegt.

Zum Beispiel:

  • Die Wohnungstür war nicht abgeschlossen
  • Fenster standen gekippt oder offen
  • Sicherheitsvorkehrungen wurden nicht eingehalten

In solchen Fällen kann ein sogenanntes Mitverschulden angenommen werden.

→ Dann kann eine Haftung entstehen – und die Privathaftpflichtversicherung prüft:

  • ob die Forderung berechtigt ist
  • wehrt unberechtigte Ansprüche ab
  • oder übernimmt die Kosten, wenn tatsächlich eine Haftung besteht

Und wer zahlt den Schaden am Gebäude?
Schäden im Bereich der Wohnung – zum Beispiel an der Wohnungseingangstür oder am Terrassenfenster –, die durch einen Einbruchdiebstahl oder einen Einbruchsversuch entstehen, werden in der Regel von der Hausratversicherung übernommen.

Prävention: So machen Sie es Einbrechern schwer
Schon mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko eines Einbruchs deutlich reduzieren. Oft sind es kleine Vorkehrungen, die einen großen Unterschied machen.

  • Fenster und Türen schließen:
    Achten Sie darauf, dass Fenster und Türen bei Abwesenheit immer vollständig geschlossen und abgeschlossen sind. Besonders gekippte Fenster gelten als leichte Schwachstelle.
  • Anwesenheit simulieren:
    Beleuchtung mit Zeitschaltuhren oder smarte Lampen können helfen, das Zuhause bewohnt wirken zu lassen.
  • Nachbarschaft einbinden:
    Bitten Sie Nachbarn oder Freunde, den Briefkasten zu leeren oder gelegentlich nach dem Rechten zu sehen.
  • Wertsachen geschützt aufbewahren:
    Schmuck, wichtige Dokumente oder Bargeld sollten möglichst sicher verstaut werden.
  • Vorsicht bei Social Media:
    Öffentliche Urlaubsbilder oder Reiseankündigungen zeigen schnell, dass niemand zu Hause ist.

Wichtig: Stabile Schlösser und mechanische Sicherungen bilden die Grundlage für guten Einbruchschutz und können durch elektronische Systeme sinnvoll ergänzt werden.

Was tun im Schadensfall?
Sollte trotz aller Vorsicht etwas passieren, ist schnelles Handeln wichtig:

  1. Polizei informieren: Melden Sie den Einbruch sofort der Polizei.
  2. Nichts verändern: Warten Sie mit dem Aufräumen, bis die Polizei die Spuren gesichert hat.
  3. Schaden dokumentieren: Erstellen Sie eine Liste der gestohlenen Sachen und fotografieren Sie die Schäden.
  4. Versicherung melden: Geben Sie Ihrem Vermittler oder, wenn Sie bei uns versichert sind, unserem Schadenservice zeitnah Bescheid.

Fazit
Die aktuelle Einbruchbilanz zeigt: Die finanziellen Folgen eines Einbruchs sind heute so hoch wie nie zuvor. Doch die Statistik macht auch Mut: Wer sein Zuhause mechanisch gut absichert, hat beste Chancen, dass es beim bloßen Versuch bleibt.

Wenn Sie Fragen zu Ihrem persönlichen Schutz mit einer Hausrat-Versicherung und einer Privathaftpflicht-Versicherung haben, hilft Ihnen ein Profi vor Ort gerne weiter. Nutzen Sie einfach unsere Vermittlersuche: https://www.haftpflichtkasse.de/service-kontakt/service/vermittler-finden/